Südtirol-Velotour


Einleitung

 

Prolog

25. Mai 30 km
Samaden - Zernez
 

1. Tag

26. Mai 80 km
Zernez - Ofenpass - Schluderns
 

2. Tag

27. Mai 73 km
Schluderns - Meran - Lana
 

3. Tag

28. Mai 87 km
Lana - Trento
 

4. Tag

29. Mai 92 km
Trento - Verona
 

5. Tag

30. Mai
Verona
 

Epilog

31. Mai
Zugreise nach Hause
 
 

Alle Bilder

3. Tag

Lana - Bozen - Trento

Dank Beschreibung der Pensionsleiterin fanden wir dann am andern Morgen sehr schnell den neu Radwegeerstellten Radweg. Dieser ist auf dieser Strecke erst in diesem Jahr eröffnet worden und scheint die Radfahrer aus der ganzen Gegend anzuziehen. Weiterhin begleitet uns der Duft von Holunderblüten, gelegentlich auch derjenige von Jasmin. Auf dem schönen Weg abseits von Ortschaften und Strasse fährt es sich wie von selbst. Nur an Verpflegungsmöglichkeiten fehlt es noch. Bald schon ist Schloss Siegmundskron bei Bozen zu sehen.
Eigentlich wollten wir Bozen noch besichtigen, aber irgendwie haben wir im dichten Veloverkehr die Abzweigung verpasst. Lange EtschZeit verläuft der Weg auf einer schmalen Halbinsel zwischen dem Etsch und dem vom Brenner herkommenden Eisack. Nach dem Zusammenfluss ist dann aus dem Etsch schon ein beachtlicher Strom geworden. Auch hier wieder Holunderblütenduft. In der Nähe von Auer finden wir dann doch noch eine Imbissbude, bei der wir uns verpflegen können. Trento
Immer mehr wird Italienisch gesprochen, und nach Salurn, der südlichsten Stadt des Südtirols, ist es auch vorbei mit den zweisprachigen Ortsbezeichnungen. Bald erreichen wir dann Trento.
Diese Stadt war mir bisher praktisch unbekannt. Um so überraschter war ich von der gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt mit dem imposanten Dom. Im Hotel Venezia direkt neben dem Domplatz fanden wir auch gleich eine günstige Unterkunft. Nach einem Rundgang durch die Stadt beschliessen wir den Tag mit einem feinen Nachtessen und einer guten Flasche Wein.



4. Tag

Trento - Verona

RebenHier wird das Tal langsam breiter und es breitet sich immer mehr Industrie aus. Weiter geht es - meistens begleitet von Holunderblütenduft - durch Reb- und Kiwifelder dem Etsch entlang. Links in der Höhe das Castello Beseno, eine der grössten Burganlagen des Trentino, sichtbar. Vorbei geht’s an Rovereto bevor dann Ristorante Ertabei Pilcante eine kurze Strecke auf der Hauptstrasse folgt. Da wir hungrig sind, beschliessen wir, bis zum nächsten Dorf weiterhin der Strasse zu folgen. Es sollte sich lohnen: ein Wegweiser an der Strasse weist zu einem unscheinbaren Gebäude, das Ristorante Erta. Dort gibt es keine Karte, aber Pasta, Risotto, Bistecco und Salat. Wir schaffen nicht alles und dann werden auch ungefragt auch noch Dessert und Liquori gebracht. VenetoAls wir die Rechnung erhalten staunen wir: 38€ für zwei Personen.
Bei Vo Sinistra erreichen wir dann wieder den Radweg. Kurz danach kommen wir dann in die Provinz Veneto. Der Holunderblütenduft wird gelegentlich von Jasmin abgelöst und die Radwegweiser werden immer seltener und verschwinden dann fast ganz. Prompt verfehlen wir den Weg. Aber bald sind wir wieder zurück auf den kleineren Strassen.
Bei Canale wird das Tal wieder eng, und die Strasse steigt steil an Kanalund auf halber Höhe fliesst plötzlich ein Kanal aus dem Berg. Weiter geht’s, links und rechts Marmorbrüche, und überall Lastwagen mit Steinen, der Kanal fliesst jetzt statt aus dem Berg über ein Aquadukt. So erreichen wir schliesslich Verona.
Nach dem wir eine Unterkunft gefunden hatten, spazierten wir Richtung Zentrum. "Take it Veronaeasy" tönte es irgend woher im Country-Rock-Stil. Nach einem kurzen Zwischenhalt erreichen wir den Platz beim Amphitheater. Jetzt erkennen wir auch, woher die Musik von vorher kam; im Theater spielen die Eagles. Wir setzen uns in ein Strassenkaffee daneben, hören der Musik zu - "Doolin Dalton" ist grad dran - und bestellen eine Pizza. Diese schmeckt höchstens durchschnittlich und billigste Flasche Wein dazu kostet genau gleich viel, wie das ganze Menü vom Mittag. "Take it to The Limit" singen die Eagles, und "James Dean" und ihre weiteren Hits. Bis "Hotel California" warten wir nicht mehr. Wir nehmen uns ein Taxi, bevor das Konzert zu Ende ist, und fahren zurück zum Hotel.



5. Tag

Verona

Am nächsten Tag regnet es in Strömen. Da wir aber nicht vorhaben, an diesem Tag aufs Velo zu sitzen, Veronastört uns das nicht so sehr. Wir beschliessen uns zuerst um die Bahntickets zu kümmern und spazieren zum Bahnhof. Das ist eine kleine Geduldsprobe, Veronadas Einsparen von Bahnpersonal scheint unterdessen eine europaweite Unsitte zu sein. Nachher machen wir uns zu Fuss auf die Besichtigung der Altstadt. Eindrücklich das Castelvecchio mit der Ponte Scaliero. Auf dem Balkon des "Hauses der Julia" posieren sich im Minutentakt Paare aus Japan, Afrika oder von wo auch immer. Jetzt, da kein Konzert läuft, können wir auch das Theater auch von innen besichtigen. Gewaltig, was da vor bald 2000 Jahren gebaut wurde.
VeronaDann beschliessen wir, die Erkundigung mit dem Bus fortzusetzen. Prompt erwischen wir den falschen Bus und kommen so zu einer Rundfahrt durch die Aussenquartiere. Die sind allerdings nicht so schmuck, wie die Altstadt, dafür sind Kaffee und Wein billiger.
Das Wetter ist unterdessen wieder besser geworden, also gehen wir nochmals zu Fuss, entlang des Etsch's durch die Altstatdt. Es gäbe noch viel zu entdecken.
Abends ein gutes Essen im Ristorante Memphis di Molinario in der Nähe des Hotels.

6. Tag

Rückreise

Verona

Nun gehts also wieder nach Hause, bei der Porta Nueva ein letzter Blick Richtung Altstatdt. Dann besteigen wir den Zug Richtung Mailand. Erst im Nachhinein haben wir entdeckt, dass es auch einen direkten Zug nach Zürich gegeben hätte. Zügig gehts durch die Poebene und bald ist auch Milano erreicht. Dort gibt es auch gleich einen Anschlusszug Richtung Norden. Im Speisewagen teures, fades, italienisches Bier.
Rasch nähern wir uns den frischverschneiten Alpen. Dann in Bellinzona die Durchsage, dass wir in Biasca auf Busse umsteigen müssten. Niemand weiss warum, es kursiert ein Gerücht über einen Waldbrand. Ich kann es mir kaum vorstellen, es hat ja eben erst noch geregnet. Kurz vor Biasca dann Entwarnung, der Zug fährt durch. Zwischen den Gleisen bei den Kehrtunnels bei Faido sehen wir es dann doch, Feuerwehr, Hubschrauber und brennendes Gestrüpp.
In Airolo werden dann noch die mit den Bussen transportierten Passagiere der vorherigen Züge aufgenommen. Zum Glück haben wir schon einen Sitzplatz, denn selbst Stehplätze werden knapp. Die Leute haben in ihren Sommerkleidern teilweise fast zwei Stunden in der alpinen Kälte ausgehalten. Mit etwa zwei Stunden Verspätung kommen wir schliesslich zu Hause an.
Erst am nächsten Tag erfahren wir dann, dass auch die Gotthardautobahn wegen eines Felssturzes seit diesem Tag gesperrt war.



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